HEUTE NOCH AKTUELL: Rede von Udo Keil nach dem Hochwasserereignis vom 9. Juni 2018

Der Westerbach nimmt sein "neues altes" Bett an.
Der Bendersee wurde seinem Namen gerecht.
Renaturierung bedeutet auch Schaffung neuer Retentionsflächen - zum Schutz unterhalb gelegener Gemeinden.
 

Sehr geehrter Herr Knoche, meine Damen und Herren,

der Klimawandel – oder sollte ich besser sagen die Klimakatastrophe , wenn wir uns die Überflutung im Ortskern von Oberhöchstadt vor Augen führen – ist in Kronberg angekommen.

Ich denke dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Dieser lange Sommer mit seinen Hitzerekorden und die heute auch auf der Tagesordnung stehende Vorlage „Gefahrenabwehrverordnung über die Einschränkung des Wasserverbrauchs bei Notstand der Wasserversorgung“ sollten auch den Letzten wachgerüttelt haben. Was wir zur Zeit erleben ist das Ergebnis einer verfehlten Politik - auch der Bundesregierung.

Nach den USA und China ist Deutschland einer der Hauptemittenten von CO 2. Aktuell plant 'RWE Baumfällarbeiten im Hambacher Forst für den Braunkohletageabbau. Was muss eigentlich noch passieren bis wir endlich den Ernst der Lage erfassen?

Manchmal kann einem da schon der Mut verlassen. Wir haben in der ASU-Sitzung Herrn Stadtverordnetenvorsteher Knoche gebeten, eine Bürgerversammlung zum Thema "Hochwasser" zu veranstalten. Ich möchte hier an dieser Stelle die Bitte äußern, auch das Thema Wassernotstand mit einzubeziehen.

Hochwasser – Trockenheit, dies mag erst mal wie ein Widerspruch klingen – doch es hat die selbe Ursache - den Klimawandel. Und beides wird den Bürgern dieser Stadt in Zukunft noch viel ab verlangen. Schnell wurde in der ASU-Sitzung klar, dass wir mit technischen Lösungen alleine nicht weiter kommen werden. Laut Erstem Stadtrat Herrn Siedler wird für Neubaugebiete die Kapazität des Abwassersystems auf ein 5 jähriges Regenereignis ausgelegt.

Für das, was wir bei dem Starkregenereignis an diesem Sommertag erlebt haben, kann das Kanalsystem nicht ausgelegt werden. Warum nicht ?

Erstens: Es ist nicht finanzierbar!

Zweitens: Es fehlt schlicht der Platz für diese auf Starkregen ausgelegten Abwasserleitungen unter der Straße.

Neben den begrenzten technischen Lösungsmöglichkeiten gilt es, natürliche Antworten voranzutreiben.

Wir stellen deshalb folgenden konkreten Ergänzungsantrag: Es soll die Schaffung von Retentionsflächen und /oder der Bau von Dämpfungsbecken im Bereich des Waldwiesenbachs und des Stuhlbergbachs geprüft werden. Über die Thematik der Flächenversiegelung wird in einem der vorliegenden Anträge hingewiesen. Wir müssen zukünftig bei der Entwicklung von B-Plänen diesem Umstand mehr Aufmerksamkeit schenken.

Meine Damen und Herren,  es kann aber auch jeder Einzelne von uns etwas tun. Die Süwag ist eine Tochter von RWE, das sind die, die im Hambacher Forst die Bäume für den Braunkohletagebau fällen wollen. Wechseln Sie zu einem reinen Ökostromanbieter z.B. zu Lichtblick. Wir werden allen Vorlagen zustimmen, die zur Bewältigung der Auswirkungen der Klimakatastrophe, beitragen.

Vielen Dank

 



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